Zusammenfassung

Was ist Lösungsorientierte, medizinische Hypnose?

Hypnose ist ein Sammelbegriff für Methoden, die zur bewussten und gewollten Einleitung von Trance dienen.

Trance ist ein angeborener Bewusstseinszustand des Menschen.

In Trance findet der Mensch Zugang zum Wissen, Können und der unbegrenzten Lösungskreativität seines Unbewussten.

Selbstorganisatorische Hypnose orientiert sich maximal am bewussten und unbewussten Lösungs- und Gestaltungspotential des Menschen.

Im Unterschied zur klassischen und teilweise auch strategischen Hypnose (= Erickson`schen Hypnose), in denen der Therapeut zu glauben weiß, was für den Menschen gut ist, entwickeln selbstorganisatorisch orientierte Therapeuten so viel wie möglich mit und aus dem Menschen selbst heraus.

Selbstorganisatorische Hypnose versteht Störungen und Symptome als Lösungsversuche eines auf Selbstregulation ausgerichteten Systems. Insofern stellen Störungen und Symptome auch eine Form der Selbstregulation, nämlich eine kompensatorische Selbstregulation, dar.

Innerhalb der Person strukturiert die angeborene Individuationstendenz (n.C.G. Jung) die Selbstentwicklung und Selbstwerdung. Mit Individuationstendenz ist der Oberste Ordner (Ordnertheorie nach Haken) des Selbst – Systems des Menschen gemeint und damit die Tendenz, sich zu entwickeln, sich zu optimieren, Vorstellung einer optimalen Entwicklung – entsprechend seiner Ressourcen und Fähigkeiten – für sich zu sorgen, eins sein mit der Natur, eingebunden zu sein in das Große Ganze.

Die Individuationstendenz beinhaltet gleichermaßen eine gute Bindung an sich sowie eine gute Bindung an andere Menschen, weil das Bedürfnis nach Kontakt ebenfalls angeboren ist.

Störungen der Individuationstendenz führen automatisch zu psychischen und psychosomatischen Symptomen oder Verhaltensstörungen.

Die Kontaktaufnahme mit dem Unbewussten der Person fördert die Selbstwerdung und führt zur (Selbst-) Heilung.

Dabei sind Widerstände während der Hypnosearbeit nicht pathologisch, sondern normale und gesunde Reaktionen und haben eine Funktion, die während der Hypnose herausgearbeitet werden.

Der Prozess der Hypnoseinduktion erfolgt über die Fokussierung der Aufmerksamkeit der Person, der Lenkung nach innen ( auf sich bezogen) und dem Halten der Aufmerksamkeit.

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In der Hypnotherapie wird ein positiver Rahmen gesetzt, mittels Hypnoseinduktion der Tranceraum geöffnet und dann strukturiert d.h. lösungsorientiert gearbeitet.

Bedeutsam und für die erfolgreiche Hypnotherapie Voraussetzung ist eine passende und damit auf den betreffenden Menschen abgestimmte Kontaktaufnahme (Rapport) und Nutzung von Induktionsmethoden, die zu der jeweiligen Person passen.

Lösungsorientierte, medizinische Hypnotherapie dient dabei gleichzeitig als Anleitung zur hypnotischen Selbsttherapie – der Selbsthypnose - und macht in einem erheblichen Maße therapeutenunabhängig.

Durch offenen, vertrauensvollen und liebevollen Kontakt mit sich selbst ist es möglich, das Bewusstsein des eigenen Wesens und der eigenen Möglichkeiten zur individuellen und sinnhaften Lebensgestaltung zu entwickeln.